Maschinenbau statt Lehramt: Als Forscherin Freude an Technik entdeckt

Annika Behner ist Duale Studentin für Maschinenbau bei Kaeser Kompressoren. Dass ihr das viel besser gefällt als ihr ursprünglicher Berufswunsch „Lehramt“, hat sie unter anderem im Forscherinnen-Camp gemerkt. Das Camp wird auch in diesem Jahr wieder angeboten.

Forscherinnen-Camp
Annika Behner hat beim Forscherinnen Camp ihre Begeisterung für einen technischen Beruf entdeckt. Heute ist sie Duale Studentin und arbeitet an einem Projekt mit, bei dem ein Kältetrockner optimiert wird.

2011 hat Annika Behner eine Woche lang an dem Projekt teilgenommen, dass der Coburger Druckluftspezialist Kaeser Kompressoren zusammen mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und der Hochschule Coburg seit Jahren in den Sommerferien anbietet. Eine Woche lang können Schülerinnen ab 15 Jahren, die ein Gymnasium oder eine Fachhochschule besuchen, selbst in die Rolle einer Ingenieurin schlüpfen und so testen, ob ihnen diese Art von Beruf liegt.

„Wenn man in der Schule ist, weiß man ja gar nicht, wie der Berufsalltag später aussieht und ob einem das Freude macht oder nicht“, sagt Annika Behner. Deshalb entschied sie sich, verschiedene Wege auszuprobieren und selbst herauszufinden, wie es so ist, in einer Firma zu arbeiten. Nach der Teilnahme am Mut-zum-Technik-Camp in der 7. Klasse folgt das Forscherinnen-Camp. Spaß am Knobeln und Herausfinden, wie etwas funktioniert, hatte Annika Behner schon immer und sie mochte zwar die Fächer Mathematik und Physik auch immer ganz gerne, meint aber auch, dass das gar nicht so wichtig sei. Selbst in einem technischen Beruf nicht. Die Freude am Tun und am Lösungen finden, sei viel entscheidender. Ursprünglich hatte sie eigentlich ein Lehramtsstudium ins Auge gefasst. Während der Woche bei Kaeser hat sich das geändert. Die Welt der Technik bot dann doch mehr Abwechslung und Möglichkeiten.

Während des Forscherinnen-Camps schnupperte sie unter anderem in Vorlesungen an der Hochschule hinein, sprach mit zahlreichen Studentinnen und Ingenieurinnen und absolvierte natürlich auch selbst einen Forschungsauftrag: Zusammen mit den anderen Mädchen fand sie heraus, wie sich eine Druckluftstation optimieren lässt und so deutlich Energiekosten eingespart werden können. Danach war ihr klar: „Das macht mir Spaß, weil es so abwechslungsreich ist.“

Nach einem weiteren zweiwöchigen Praktikum bei dem Unternehmen stand für sie fest: „Den Weg gehe ich.“ Seit Oktober 2013 ist sie Duale Studentin, Studiengang Maschinenbau, und ist in den Praxisphasen regelmäßig im Unternehmen tätig. Bis heute mit Begeisterung.

Dem Vorurteil, dass Frauen und Technik eher eine ungewöhnliche Kombination seien, begegnet sie übrigens souverän: „Das stimmt doch gar nicht“, sagt sie. „Der ganze Haushalt und der gesamte Alltag stecken schließlich voller Technik. Von der Küchenmaschine bis zum Kühlschrank. Und die werden schließlich auch von Frauen bedient und benutzt“. Und das Projekt, an dem sie jetzt gerade bei Kaeser arbeitet – einem Kältetrockner – sei im Prinzip auch nichts anderes als ein Kühlschrank.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Forscherinnen-Camp. In der Woche vom 30. August bis 4. September können Mädchen ab 15 Jahren, die ein Gymnasium oder eine Fachoberschule besuchen, bei der Firma Kaeser Kompressoren in Coburg testen, ob der Beruf der Ingenieurin ihnen liegen würde. In diesem Jahr steht ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Firma Heinz-Glas in Tettau auf dem Programm. Die Camps sind, bis auf die Kosten für An- und Abreise, für die Mädchen kostenlos. Weitere Informationen bei: www.tezba.de, oder bei Kaeser Kompressoren, Denise Popp, Telefon: 09561-640-5476.

22. Jul. 15 , Abdruck frei – Beleg erwünscht

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Annika Behner hat beim Forscherinnen Camp ihre Begeisterung für einen technischen Beruf entdeckt. Heute ist sie Duale Studentin und arbeitet an einem Projekt mit, bei dem ein Kältetrockner optimiert wird.

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