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Menschen bei KAESER

In unserer Interviewreihe stellen wir Fragen an: Heiko Schreiner

Als Verantwortlicher für die Service-Fernüberwachung sind im Zuge der Digitalisierung auch für ihn Umdenken und Offenheit gegenüber seinen täglichen Themen und Herausforderungen oberstes Gebot. Bestes Beispiel hierfür ist das innovative Dienstleitungspaket SIGMA SMART AIR. (07/2019) 

Sie möchten gerne wissen, welche Positionen KAESER Ihnen bieten kann? Schauen Sie doch mal zu unserem Stellenmarkt!

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Alter

Ich bin 62 Jahre jünger als KAESER.

Position im Unternehmen

Teamleiter der Fernüberwachung im Service Deutschland

Bei KAESER seit

1997

Das tue ich, wenn ich nicht am Arbeiten bin

Neben der Zeit mit meiner Familie treibe ich Sport (z.B. Radfahren, Wandern und Handball als Schiedsrichter) oder verbringe meine Zeit beim Angeln. Gerade hierbei genieße ich die Ruhe in der Natur und die Möglichkeit, einfach mal "offline" zu sein. 

Urlaubstechnisch zieht es mich seit einiger Zeit immer wieder in den hohen Norden. Hier fasziniert mich neben der Landschaft vor allem die Möglichkeit, immer wieder Neues zu entdecken.

Was ich gerne mag

Im privaten wie im beruflichen Umfeld schätze ich Offenheit gegenüber Veränderungen, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit sowie Verlässlichkeit. Ebenso lerne ich gerne Neues dazu. Dabei geht es mir weniger um das erworbene Wissen selbst, sondern vielmehr um die Methodik, sich Wissen anzueignen oder Fragestellung zu lösen.

Was ich gar nicht leiden kann

Das Gegenteil von dem, was ich gerne mag, insbesondere wenn es um Veränderung geht. Sätze wie "Das war schon immer so..." nerven mich dabei genauso wie Versuche, mich zu täuschen.

Können Sie uns bitte einen Einblick zum Thema Fernüberwachung bei KAESER geben? Verraten Sie uns etwas über den Wandel, die Herausforderungen und die Potenziale, die damit einhergehen.

Die Fernüberwachung unserer Produkte gibt es bei KAESER schon seit vielen Jahren. Ursprünglich war es nur für das Produkt SIGMA AIR UTILITY gedacht. Im Laufe der Zeit wurden andere Service-Produkte mit dieser Dienstleistung ausgestattet, sodass wir heute auf eine fast dreißigjährige Erfahrung mit diesem Werkzeug zurückgreifen können. 

Diese jahrzehntelange Erfahrung hilft uns, im täglichen Berufsleben viele Themen zu lösen. Es ist aber auch ein Stück weit Verpflichtung, aus dem Erlebten zu lernen und die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. 

Bei dem Thema Fernüberwachung oder “Condition Monitoring” muss man sich immer auch vor Augen halten, ein kleines bisschen in der sprichwörtlichen Glaskugel zu lesen. Schließlich versucht man, aus zum Teil vielen hundert Kilometern Entfernung nur auf Basis von Symptomen und den Daten einer Maschine oder telefonischer Beschreibungen zu ergründen, wie es vor Ort tatsächlich aussieht oder was gerade passiert ist. 

Um dies mit höchstmöglicher Qualität leisten zu können, bedarf es neben technischem Know-how vor allem einer gewissen Resilienz der Mitarbeiter. Schließlich hat man nicht nur mit Maschinen, sondern in erster Linie mit Menschen (Kunden und eigenen Servicetechnikern) zu tun. Man ist, wenn auch nicht direkt vor Ort, meist für diese Personen der erste Ansprechpartner bei Schwierigkeiten in der Druckluftstation unseres Kunden. Ich glaube, diesen Spagat zu schaffen, ist eine der größten Herausforderungen in diesem Umfeld. Gleichzeitig ist es aber gerade auch das, was den Job so spannend und abwechslungsreich macht. 

Für die Zukunft sehe ich aus verschiedenen Gründen extrem große Potenziale, auf diese Weise eine Druckluftstation bei unseren Kunden zu betreiben. Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den damit einhergehenden Veränderungen sowohl bei uns als auch bei unseren Kunden werden Möglichkeiten entstehen, die heute nur schwer greifbar scheinen. Dies beginnt bei einer optimalen Verfügbarkeit der Druckluftversorgung bei gleichzeitig höchstmöglicher Energieeffizienz, hin zur Entlastung der administrativen Prozesse und damit frei werdender Kapazitäten für die Kernaufgaben jeder Organisation. 

Kurzum: Jeder macht dann das, was er am besten kann. Der Kunde kümmert sich um seine wertschöpfenden Prozesse und wir als Hersteller um seine Druckluftversorgung.

Auf der Hannover Messe 2019 feierte SIGMA SMART AIR Premiere. Wie kam das Produkt bei den Messebesuchern an?

Den Termin des Verkaufsstarts von SIGMA SMART AIR an die Hannover Messe 2019 zu koppeln, war für uns im Service das feste Ziel. Da die ComVac im Rahmen der Hannover Messe die Leitmesse der Branche ist und wir in den letzten Jahren schon Konzepte präsentierten, wie wir uns Service in Zeiten von Industrie 4.0 vorstellen, sollte die Messe 2019 im Zeichen eines fertigen Produktes stehen. Wir wollten mit der Vorstellung auf dieser Bühne einen möglichst breiten und buntgemischten Adressatenkreis ansprechen und erreichen. Dies ist uns - nach allem, was wir an Feedback aus unterschiedlichen Richtungen erhalten haben - auch sehr gut gelungen. 

Die zahlreichen Gespräche auf der Messe bestätigten unser Gefühl, welches wir in Dialogen mit “Test-Kunden” im Vorfeld der Messe sowie in den frühen Stadien der Entwicklungsperiode gewonnen hatten. In nahezu jedem Gespräch waren die Verfügbarkeit und die Energieeffizienz Thema. Ebenso bestand stets der Wunsch nach möglichst wenig Administration und damit eigene Prozesskosten in den Betrieb einer Druckluftstation investieren zu müssen. Mit unserem zunächst sehr provokant klingenden Slogan “Wir befreien Sie von Ballast” trafen wir fast immer den Nerv der Gesprächspartner.

Für wen oder für welche Branchen eignet sich SIGMA SMART AIR besonders?

Bereits mit den ersten Gedanken zu SIGMA SMART AIR war es für alle Beteiligten klar, dass wir kein Produkt schaffen wollen, das nur beziehungsweise besonders gut auf bestimmte Kundensegmente passt. Es war vielmehr das erklärte Ziel, ein Produkt für alle potentiellen KAESER-Service-Kunden auf den Markt zu bringen. 

Vielleicht ist es genau das, was das Produkt besonders macht. Es passt sich über die Kopplung der Service-Rate an den Druckluftverbrauch auf die jeweilige Situation des Kunden an. Somit kann das klassische KMU oder das kleine Handwerksunternehmen (z. B. im Karosserie- oder Holzbau) genau die gleichen Vorzüge erhalten wie auch die Großverbraucher im Bereich Automotive oder Maschinenbau. 

Wenn man eine Eigenschaft, welche für das Produkt essentiell ist, herausstellen möchte, so ist es die Offenheit gegenüber KAESER und das Vertrauen in KAESER, die Maschinendaten der Druckluftstation zur Erfüllung von SIGMA SMART AIR zu teilen.

Ist SIGMA SMART AIR ein „Industrie-4.0-Produkt“?

Ja, aus meiner persönlichen Sicht ganz ohne Zweifel. 

Dies beziehe ich aber nicht nur auf die eingesetzte Technologie, wie zum Beispiel Internet of Things (IoT) oder BigData. Vielmehr verstehe ich unter dem Stichwort "Industrie 4.0" Themen wie beispielsweise Transparenz und Prozesseffizienz und die Veränderung unserer Arbeitswelt durch Informationen und Wissen. 

Prozesse rund um den klassischen Begriff von Instandhaltung und Instandsetzung werden wie in anderen Bereichen schlicht schlanker und schneller, wenn man über die nötigen Informationen verfügt, ohne diese mühsam und punktuell beschaffen zu müssen. Was ich damit meine, möchte ich an einem einfachen Beispiel veranschaulichen:
Möchte ein Kunde heute eine Wartung bestellen, so geht dieser Bestellung auf beiden Seiten ein Angebotsprozess und Bestell- bzw. Freigabeprozess mit vielen Beteiligten voraus. Kommt es dann zur konkreten Vorbereitung des Wartungstermins, müssen, neben der eigentlichen Terminabstimmung, häufig noch viele weitere Detailfragen geklärt und Informationen beschafft werden. All diese Schritte können durch SIGMA SMART AIR entfallen, da die Informationen praktisch jederzeit verfügbar sind. Somit ersetzt die Verfügbarkeit von Informationen und das daraus abgeleitete Wissen Prozessschritte oder schafft zumindest die Möglichkeit, diese zu verschlanken.

Inwieweit kann SIGMA SMART AIR den seit langen Jahren erfolgreichen Service bei KAESER verändern?

Dies ist eine gute wie auch berechtigte Frage. Persönlich sehe ich in SIGMA SMART AIR einen weiteren Weg, die Erfolgsgeschichte des Service bei KAESER weiterzuschreiben und auszubauen. Die Einführung von SIGMA SMART AIR läuft parallel zu unseren klassischen Service-Produkten. Was aber nicht heißen soll, dass wir diese Parallelität auf alle Zeiten erhalten wollen. Mein persönliches Anliegen im Sinne des Unternehmens ist es, mittelfristig das eine oder andere klassische Produkt durch SIGMA SMART AIR zu ersetzen. 

Kurzfristig ging die Markteinführung aber dennoch nicht an unserer Organisation vorbei. Wir haben sozusagen unter einem Dach die Kompetenzen, welche wir für SIGMA SMART AIR benötigen, gebündelt. Hierdurch haben wir ein interdisziplinäres Team geschaffen, in dem wir alle kaufmännischen und technischen Fragen rund um das Produkt bearbeiten. Man könnte auch sagen, wir betreuen den Kunden vom ersten Angebot über den Betrieb seiner Druckluftstation bis hin zum Vertragsende und hoffentlich folgenden Verlängerung in einem Team.

2019 schrieb KAESER KOMPRESSOREN 100 Jahre Firmengeschichte - was bedeutet das Jubiläum für Sie?

Ich denke, dass eine hundertjährige Unternehmensgeschichte etwas ganz Besonderes ist. Gleichzeitig bin ich auch stolz und dankbar, einen Teil dieser Wegstrecke mitgegangen zu sein. Wenn ich zurückblicke und mir die Entwicklung seit meinem Eintreten als Azubi vor Augen halte, sehe ich nahezu täglich die Bestätigung, dass man mit Qualität und Engagement “Made in Germany” auf dem Weltmarkt erfolgreich sein kann.

Warum ist Kaeser Kompressoren der beste Arbeitgeber?

KAESER ist ein hervorragender Arbeitgeber, weil…:

… man durch flache Hierarchien allen Mitarbeitern die Chance gibt, in ihrem Bereich nicht nur mitzuarbeiten, sondern auch mitzugestalten oder die eigene Meinung miteinzubringen. Gleichzeitig bieten sich dadurch für jeden einzelnen immer wieder neue und spannende Herausforderungen sowie die Möglichkeit, sich selbst weiterzuentwickeln.